23.11.2016

EVGE-Jahrestagung in Berlin ganz im Zeichen der kommenden EfbV

Am 17./18.11.2016 hatte die Europäische Vereinigung der Gemeinschaften zur Zertifizierung von Entsorgungsfachbetrieben e.V. (EVGE) Ihre diesjährige Jahrestagung in Berlin.

Die EVGE vertritt als europäische Dachorganisation alle namhaften deutschen Entsorgergemeinschaften; seit nunmehr fast 20 Jahren werden rund ein Drittel aller Entsorgungsfachbetriebe über diese erfolgreich betreut und zertifiziert.

Überragendes Thema war und ist die sich abzeichnende Verkündung der dann novellierten Entsorgungsfachbetriebeverordnung. So tagte traditionell im Rahmen der Jahresversammlung auch der EVGE-Arbeitsausschuss, nachdem man erst vor kurzem nach erfolgter Bundesratssitzung in einem gemeinsamen Brief führender Verbände, Innungen und Entsorgergemeinschaften der Entsorgungswirtschaft an das Bonner Umweltministerium eine zielführende Fortentwicklung des Entsorgungsfachbetriebes gefordert hatte.

Knackpunkt war und ist der Bundesratsbeschluss, dass nun nicht im begründeten Einzelfall, sondern alle Efb-Prüfberichte an die Behörde weitergeleitet und in ein zentrales Register eingestellt werden sollen. Bei den Prüfberichten handelt es sich um interne Dokumente, die auch unkritische individuelle Empfehlungen bei der zielführenden Fortentwicklung des Efb aufzeigen. Vom Grundverständnis her muss dies aber dem sensiblen, streng vertraulichen Verhältnis zwischen Unternehmen und dessen Sachverständigen vorbehalten sein. Sollten die Unternehmen dazu verpflichtet werden, ihre internen Prüfberichte zu veröffentlichen, dürften Qualität und Detailgenauigkeit eher sinken als steigen, was der Intention dieser weiterzugebenden Berichte sogar zuwiderläuft.

Hartmut Schön, Vorsitzender der EVGE, und Gerd Bretschneider, Sprecher der EVGE, fassen in der Mitgliederversammlung die Situation zusammen:

„Wir sind schon enttäuscht, welches große Misstrauen die Länder und zuständigen Behörden in den Efb und in das dahinter stehende Instrument der freiwilligen Selbstkontrolle haben. Seit nunmehr über 20 Jahren haben wir mit der Zertifizierung den Qualitätsstandard in der Entsorgungsbranche auf ein hohes Niveau gehoben. Die jetzt zur Entschließung anstehenden Vorgaben scheinen das Erreichte nur wenig anzuerkennen – wir befürchten einen damit einhergehenden, völlig unnötigen Attraktivitätsverlust des Efb-Zertifikats!“.

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurden neben Hartmut Schön (Vorsitzender), Peter J. Obieglo, Thomas Pfaff (stellv. Vorsitzender), Ulrich Schulz und Dr. Helmut Stadler (stellv. Vorsitzender) einstimmig in den Vorstand berufen.

 

Die EVGE wurde am 29.10.2004 in Köln gegründet. Aus Deutschland sind die Entsorgergemeinschaften bvse-EG, EdDE, EGRW, ESA, ESGen Nord, EG Bau Berlin-Brandenburg, ESN und ESG Transport und Umwelt vertreten. Aus Österreich hat der V.EFB, Wien, die Gründungssatzung unterzeichnet. Die Tschechische Republik ist mit der SUCO, Prag, und die Slowakische Republik durch die ZOPNO, Bratislava, vertreten. Der VSMR, Verband Stahl-, Metall- und Papier-Recycling Schweiz, der BAV, Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter e.V., und der VDM, Verband Deutscher Metallhändler, sind assoziierte Mitglieder.

 

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